Das "über mich"

Marco Flammang

Gelernt habe ich das Fotografieren zunächst beim bayrischen Avantgardisten Reinhard F. Grill und verbrachte dann auch einen soliden Teil meiner späten Teenagerjahre in einer selbstgebauten Dunkelkammer, die raumgleich war mit der einzigen Örtlichkeit der damaligen Wohnung. Ein paar Jahre später, Ende der Neunziger, hatte ich die tolle Gelegenheit, meine post-grad Semester an der Universität Sussex beim großartigen David Alan Mellor zu verbringen, zu dessen früheren Studenten u.a. der Turner-Prize-Gewinner Jeremy Deller zählte.

Nach einem reichlich überflüssigen Jahr an einer Münchner Journalistenschule bekam ich meinen ersten Vollzeitjob bei einem neugegründeten Verlagshaus, wo es viel zu schreiben und schnell Verantwortung zu übernehmen gab. Weil Fotolizenzen jenseits von Pressefotos teuer waren, bekam ich zudem Fotoaufträge für Features und Magazin-Cover, was mich recht unvermittelt auf dem Markt für Literaturfotografie platzierte. Diese Position ließ sich ein paar Jahre lang gut ausbauen, mit etlichen Veröffentlichungen in Tageszeitungen wie der FAZ, aber auch Auftragsarbeiten wie für das Kultursegment des Playboys. Ja, wirklich, die Kultur.

Marco Flammang
Foto von Ben Kaulfus, Sommer 2018.

Dann, aus irgendeinem Grund, kam eine lange Pause, als ich Mitgründer einer Werbeagentur wurde, die zunächst nicht stark auf Bildproduktion ausgerichtet war – bis wir 10 Jahre später anfingen, 360°-Technologie als Vehikel für Marketing und Storytelling einzusetzen und ich vom Brexit verweht in meine Heimatstadt zurückkehrte. Wenn auch nicht mehr ganz die gleiche: Früher erwartete einen am Bahnhof die unübersehbare Werbung der Süddeutschen Zeitung: „In München geboren, in der Welt zuhause“. Heute hat sich in dem längst völlig heruntergewirtschafteten Taubenverschlag jemand mit überdimensionierten, schmutzgelben Rauchverbotsplakaten ein persönliches Denkmal gesetzt.

Aber schee ist’s ja trotzdem noch. Nach einem Leben mit Dutzenden Analogkameras kaufte ich mich mir beim Dinkel meine erste Sony α7 (III), eine digitale Traummaschine, die mich dahin zurückbrachte, wo ich herkam: zum ernsthaften und durch die Bank kommerziellen Teilerwerbsfotografieren – zu Persönlichkeiten, Künstlern und Firmen. Mein Zugang ist nach wie vor, mit Leuten lieber einen langen, urbanen Spaziergang zu unternehmen als auf eine sterile Studioumgebung zu setzen. Wenn Sie oder ihr Team also nach außergewöhnlichen Bildern suchen, die keine Standardportraits sind, sondern ein Stück Außendarstellung, kommen Sie doch mit auf eine kleine Tour. Melden Sie sich gerne per Telefon oder Email, dann kann man schauen, ob Ideen, Preise und Zeiten zusammenpassen.